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Motze-Montag 2.0 Busgeschichten

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Motze-Montag 2.0 Busgeschichten

All die Menschen, die jeden Tag das Auto nutzen oder ihr Fahrrad, können das vielleicht nicht nachvollziehen – aber diejenigen von euch, die einfach nur den Bus nehmen wollen, kennen die Situation vielleicht, über die ich heute motzen will. Wie unschwer zu erkennen ist, soll es heute um das Busfahren gehen. Theoretisch eine ganz simple Sache. Man informiert sich, wo die nächste Bushaltestelle sich befindet und welche Busse dort wann abfahren und geht dann zur entsprechenden Zeit dort hin. Aber ist es wirklich so, dass dann der Bus kommt und man, genau wie geplant, an seinem Ziel ankommt? Eher nicht. Zumindest nicht dort, wo ich regelmäßig mit dem Busfahre. Zwar befolge ich stets die ersten Schritte (Bushaltestelle aufsuchen und auf dem Busfahrplan die richtige Zeit finden) – doch dann passiert meist folgendes. Man steht an der Bushaltestelle ( die in meinem Fall weder eine Überdachung, noch eine Sitzbank hat), guckt die ganze Zeit in die Richtung, aus der der Bus kommen soll – und man sieht nichts. Kein Bus zu sehen. Also steht man da und guckt,wartet, guckt wieder-kein Bus. Man schaut auf die Uhr, fängt an zu rechnen, wann der Bus spätestens kommen müsste,damit man wenigstens halbwegs pünktlich an seinem Ziel ankommt. Man stellt in Frage, ob man die Abfahrtzeit des Busses vielleicht falsch gelesen hat und schaut noch einmal verwirrt auf die Anzeige – die Abfahrtszeit ist seit fünf Minuten vorbei. Man fragt sich, was man in der Zeit noch alles hätte machen können, wäre man später losgegangen. Nach weiteren fünf Minuten, ohne einen Bus in Sicht, kommt leise flüsternd die Frage auf, ob es sich jetzt überhaupt noch lohnt, zum Ziel zu fahren oder ob man lieber wieder heimgehen sollte. Auf der Straßenseite gegenüber kommt ein Bus an und eine Scharr von Leuten schiebt sich über die Straße zu der Bushaltestelle,wo man selbst seit mittlerweile fünfzehn Minuten wartet. Endlich- ein Lichtblick! Ein Bus taucht auf und…er fährt vorbei. Er hält nicht an, da er bereits voll ist und die Menschen in ihm Teteris spielen. Ein kollektives Schnauben geht durch die wartende Menge. Man selbst steht irgendwo dort drinn und versucht,nicht zu platzen vor Wut. Nach weiteren zwei Minuten taucht tatsächlich wieder ein Bus auf. Gemeinsam mit den anderen Leuten, quetscht man sich rein,bekommt mehrere Ellenbogen in die Seite und kommt schließlich unterhalb einer nach alles anderem als nach Deoriechenden Achsel zum stehen und kann sich nicht mehr bewegen. Man ist eingeengt und hofft, dass wenigstens an der Haltestelle,wo man selbst aussteigen will, Mehrere aussteigen wollen, die dann auch den Stoppknopf drücken. Vorsichtig versucht man den Kopf zu drehen, um herauszufinden, ob man eventuell selbst an einen Stoppknopf kommt. Und während man einen Blick aus dem Fenster wirft sieht man, wie hinter dem Bus in dem man selbst steht, ein gut klimatisierter,recht leerer Bus der gleichen Linie, mit freien Sitzplätzen fährt und in der Zeit, wo der vollkommen überladene Bus an der nächsten Haltestelle steht, überholt der leere Bus den anderen und kommt tatsächlich noch vor einem selbst zur Zielhaltestelle. Ist das nicht herrlich? Warum ich nicht auf diesen Bus warte? Naja, zunächst einmal, weil man mit dem trotzdem zu spät kommt. Aber noch viel eher deswegen, weil er nicht immer fährt und irgendwie auch nicht auf dem Plan steht. Gerne würde ich als letzten Satz schreiben, dass diese Geschichte frei erfunden ist. Aber leider nein. Leider ist das für meine Busfahrerfahrungen etwas ziemlich alltägliches.

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